Was kostet ein Dampferzeuger über zehn Jahre wirklich?

Ein Rechenbeispiel aus der Brauerei

Über zehn Jahre ist der Brennstoff mit Abstand der größte Posten bei den Kosten eines Dampferzeugers. Die Anschaffung macht nur einen kleinen Teil aus. Wer Dampferzeuger vergleicht, sollte deshalb genau auf die Betriebskosten schauen.

Beim Kauf eines Dampferzeugers schaut man zuerst auf den Angebotspreis. Das ist verständlich. Über die Jahre bestimmen aber andere Posten die Rechnung: Brennstoff, Wasser, Wartung und CO₂. Wie groß der Unterschied sein kann, zeigt ein Beispielbetrieb aus der Brauwirtschaft, den wir mit dem JUMAG-Energiekostenrechner durchgerechnet haben. Der JUMAG DG 560 kostet in der Anschaffung 27.000 Euro mehr als die Vergleichsanlage und liegt nach zehn Jahren rund 82.500 Euro günstiger.

Der Beispielbetrieb

Die Rechnung geht von einer Brauerei mit einem durchschnittlichen Dampfbedarf von 500 kg/h und 2.500 Betriebsstunden pro Jahr aus. Brauereien brauchen Dampf zum Würzekochen, für die Flaschen- und Fassreinigung und zum Reinigen von Leitungen und Tanks. 

Kenngröße Wert im Beispiel
Durchschnittlicher Dampfbedarf 500 kg/h
Betriebsstunden 2.500 h pro Jahr
Dampfdruck 7 bar
Kondensatrücklauf 60 %, 100 °C
Frischwasser 12 °C, Leitfähigkeit 500 µS/cm
Brennstoffpreis 8 Cent je kWh
Wasser inklusive Abwasser und Aufbereitung 3 Euro je m³
Strompreis 27 Cent je kWh
Betrachtung 10 Jahre, Zinssatz 4 %

Zwei Anlagen für dieselbe Aufgabe

JUMAG DG 560: Schnelldampferzeuger mit 560 kg/h Nennleistung. Im Beispiel ausgestattet mit zwei Economisern (der zweite wärmt das Frischwasser vor), Abschlämmgefäß mit Wärmerückgewinnung, Umkehrosmoseanlage, Kondensatrückführung unter der Wasseroberfläche und Druckentgasung. Wie ein DG 560 in einer echten Brauerei arbeitet, zeigt unsere Referenz Häffner Bräu.

Vergleichsanlage: Dampferzeuger gleicher Leistung mit 280 °C Abgastemperatur und 12 Prozent Wassermitriss. In der Anschaffung 27.000 Euro günstiger als der DG 560.

Energie ist der größte Kostenblock

Die Vergleichsanlage braucht im Beispiel 406 kW Brennstoffleistung, der DG 560 rund 360 kW. Das sind 11 Prozent weniger. Pro Jahr kostet der Brennstoff damit 71.912 Euro, bei der Vergleichsanlage 81.202 Euro. Die Differenz beträgt rund 9.300 Euro.

Den größten Anteil daran hat die Abgastemperatur. Nach zwei Economisern verlässt das Abgas den DG 560 mit rund 90 °C, bei der Vergleichsanlage mit 280 °C. Jedes zusätzliche Grad ist bezahlte Wärme, die ungenutzt über den Schornstein entweicht. Der geringere Wassermitriss senkt die Verluste zusätzlich.

Der Kessel allein läge im Beispiel bei rund 402 kW. Die Ersparnis entsteht im Zusammenspiel von Kessel, Economisern und Wärmerückgewinnung.

Wie viel Wasser spart die effizientere Anlage?

Der DG 560 verbraucht im Beispiel rund 575 m³ Wasser pro Jahr, die Vergleichsanlage rund 975 m³. Die Wasserkosten sinken von 2.925 Euro auf 1.726 Euro im Jahr.

Zwei Effekte wirken hier. Der Wassermitriss halbiert sich auf rund 6 Prozent, dadurch fällt weniger Erstkondensat an. Außerdem muss heißes Abschlämmwasser vor dem Kanal auf 40 °C gekühlt werden. Mit Wärmerückgewinnung fließt diese Wärme ins Frischwasser, und rund 160 m³ Kühlwasser im Jahr entfallen.

Wartungskosten im Vergleich

Der Rechner setzt für den DG 560 Wartungs- und Reparaturkosten von 3.500 Euro pro Jahr an, für die Vergleichsanlage 4.500 Euro. Beide Werte sind Annahmen des Rechners. Über zehn Jahre ergibt das 10.000 Euro Unterschied.

Rund 25 Tonnen weniger CO₂ pro Jahr

Im Beispiel stößt der DG 560 rund 198 Tonnen CO₂ im Jahr aus, die Vergleichsanlage rund 223 Tonnen. Die Rechnung geht von 0,22 kg CO₂ je Kilowattstunde Brennstoff aus. Über zehn Jahre summiert sich der Unterschied auf rund 255 Tonnen.

Diese Menge hat einen Preis. Über das Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) geben Lieferanten den CO₂-Preis im Gas- und Heizölpreis weiter. Stand Oktober 2026 liegt der Preiskorridor für 2026 bei 55 bis 65 Euro je Tonne, und der Bundestag hat beschlossen, ihn für 2027 beizubehalten. Ab 2028 ist der europäische Emissionshandel für Brennstoffe (ETS 2) geplant. Jede eingesparte Kilowattstunde senkt diesen Kostenanteil mit.

Die Gesamtrechnung der Dampferzeuger-Kosten über zehn Jahre

Über zehn Jahre spart der DG 560 114.888 Euro an Betriebskosten. Abzüglich des höheren Anschaffungspreises inklusive Zinsen liegt er 82.488 Euro vorn.

Kosten über 10 Jahre JUMAG DG 560 Vergleichsanlage Vorteil DG 560
Brennstoff €719,122 €812,022 €92,900
Wasser €17,260 €29,248 €11,988
Wartung und Reparatur €35,000 €45,000 €10,000
Strom €8,582 €8,582 €0
Gesamtbetriebskosten €779,964 €894,852 €114,888
Mehrkosten Anschaffung inklusive Zinsen     −32.400 €
Vorteil nach zehn Jahren     €82,488
CO₂-Ausstoß 1,978 t 2,233 t 255 t

Der höhere Anschaffungspreis ist im dritten Betriebsjahr ausgeglichen. Danach wächst der Vorsprung jedes Jahr um rund 11.000 Euro.

Alle Werte sind Rechenwerte aus dem JUMAG-Energiekostenrechner für einen Beispielbetrieb. Sie beruhen auf Erfahrungen und Berechnungen von JUMAG und können im tatsächlichen Betrieb abweichen. Angebotspreise erstellt der JUMAG-Vertrieb individuell.

Was bedeutet das Beispiel für Ihre Anlage?

Die beiden Werte, die die Vergleichsanlage beschreiben, bestimmen auch den Verbrauch Ihres heutigen Kessels: Abgastemperatur und Wassermitriss. Liegt Ihre Abgastemperatur hoch und fehlt eine Wärmerückgewinnung, entstehen ähnliche Verluste wie im Beispiel.

Wie groß der Unterschied für Ihren Betrieb ist, hängt zusätzlich von Betriebsstunden, Dampfbedarf und Energiepreisen ab. Woran Sie erkennen, ob sich ein Austausch lohnt, lesen Sie in unserem Beitrag „Wann lohnt sich der Austausch eines Dampferzeugers?“.

Wie beeinflusst die Wasserqualität die Lebensdauer?

Die Wasserqualität entscheidet vor allem darüber, wie lange ein Kessel über die zehn Jahre der Rechnung hinaus hält. Osmosewasser ist nahezu salzfrei: Im Beispiel sinkt die Leitfähigkeit von 500 auf 15 µS/cm, und die Anlage muss seltener abgeschlämmt werden. Weniger Ablagerungen schonen den Druckkörper. Auch der Service wird günstiger, weil die Anlage weniger verschleißt. Braucht eine Anlage einen neuen Druckkörper, geht es nach Erfahrung von JUMAG um rund 20.000 Euro. Gute Wasseraufbereitung vermeidet diese Investition oder schiebt sie um viele Jahre hinaus.

 

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